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13. Oktober 2021 | News

Aushilfen in der Landwirtschaft

Erntehelfer oder vergleichbare Aushilfen und Arbeitskräfte sind auf vielen Betrieben unentbehrlich. Damit rechtlich und steuerlich alles korrekt ist und der Aufwand in der Buchhaltung abgezogen werden kann, müssen  dabei einige Punkte beachtet werden. Wir stellen vermehrt steuerliche Aufrechnungen fest, weil kein Lohnausweis ausgestellt wurde oder weil diese nicht vollständig sind und die Angaben nicht mit den Lohnmeldungen an die Sozialversicherungen übereinstimmen.

Seit 1. Januar 2020 gilt, dass freie Arbeitsstellen (Arbeitseinsätze ab 15 Tage) für Hilfskräfte in der Landwirtschaft zuerst beim RAV gemeldet werden müssen. Mehr Infos dazu finden Sie bei Agrimpuls: https://www.agrimpuls.ch/de/angebot/arbeitsrecht/stellenmeldepflicht/

Im Kanton Aargau gilt für alle Arbeitsverhältnisse, die in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder einem landwirtschaftlichen Haushalt eingegangen werden, der Normalarbeitsvertrag über das Arbeitsverhältnis in der Landwirtschaft. Dies betrifft auch die Aushilfen. In allen Kantonen gibt es vergleichbare Regelungen. Beachten Sie auch, dass für nichtlandwirtschaftliche Arbeiten die Bestimmungen des Arbeitsgesetzes oder je nach Branche eines Gesamtarbeitsvertrages gelten. 

Selbstverständlich muss die Arbeitssicherheit beachtet werden. Mit dem Anschluss und der Umsetzung der Branchenlösung agriTOP erfüllen Sie die gesetz-lichen Anforderungen. 

Erstellen Sie für jede Arbeitskraft eine Lohnabrechnung. Erfassen Sie dazu Name, Adresse, Geburtsdatum und Sozialversicherungsnummer. Bei einem Jahreslohn bis CHF 2'300 müssen Sie keine  Sozialversicherungsabzüge machen, ausser der Arbeitnehmer verlangt eine Abrechnung des Lohnes bei der AHV. Auch Rentner bis zu einem Jahreslohn von CHF 16'800 sind nicht AHV-pflichtig. Jugendliche müssen ab dem Jahr bei der AHV versichert werden, in dem sie 18 Jahre alt werden. Falls Sie einen Lohn ohne Sozialversicherungsabzüge abgemacht haben, müssen sie der AHV einen entsprechend höheren Bruttolohn melden. Im 2021 beträgt der Nettolohn 93.60 % des Bruttolohnes.

Alle Arbeitskräfte müssen gegen Unfall versichert sein. Zudem müssen Arbeitnehmende mit mehr als 8 Arbeitsstunden pro Woche gegen Nichtberufsunfälle versichert sein. Wir empfehlen dazu die Globalversicherung von Agrisano https://bvaargau.ch/versicherungsberatung. Sie erhalten von der Versicherung das Tarifblatt mit den möglichen Abzügen.

Zum Lohn gehört auch die Verpflegung. Dazu gibt es folgende Pauschalansätze:

- Frühstück CHF 3.50
- Mittagessen CHF 10.00
- Abendessen CHF 8.00

Eine Lohnabrechnung kann so aussehen:

 Lohnabrechnung

Ende Jahr müssen Sie für jede Arbeitskraft einen Lohnausweis erstellen. Es gibt hier keinen Freibetrag. Beispiele für Lohnausweise finden Sie auf unserer Website ataargau.ch/downloads.

Übliche Weihnachts-, Geburtstags- und ähnliche Naturalgeschenke bis CHF 500 pro Ereignis müssen auf dem Lohnausweis nicht deklariert werden. Bei Naturalgeschenken, die diesen Betrag übersteigen, ist der ganze Betrag anzugeben. Gutscheine gelten als Naturalgeschenke. 

Die Arbeitskräfte müssen ihren Nettolohn gemäss Lohnausweis in der Steuererklärung meistens als Nebenerwerb deklarieren. Sie können 20 % (oder bis CHF 800.00 den gesamten Betrag) als Berufskosten abziehen. 

Ausländische Arbeitskräfte ohne Niederlassungsbewilligung sind quellensteuerpflichtig. Der Arbeitgeber muss die Quellensteuer vom Lohn abziehen und ans kantonale Steueramt weiterleiten.

Die Lohnadministration ist bis zu 5 Mitarbeitenden problemlos mit Excel oder von Hand möglich. Mit einem Lohnprogramm kann das Erstellen von Lohnabrechnungen, Lohnmeldungen und Lohnausweisen strukturiert und effizient erledigt werden.

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